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Jakob Christoph Rad

Kaum ein Mensch kennt ihn nicht, hat ihn noch nie genossen: den Würfelzucker. Eine tolle Erfindung. Ausgeheckt wurde sie vom gebürtigen Rheinfelder Jakob Christoph Rad im tschechischen Dacice.

in Blick in Jacob Christoph Rads Familienarchiv im Fricktaler Museum gibt Aufschluss über den innovativen Rheinfelder. Rad wurde vor 213 Jahren am 25. März 1799 in der Zähringerstadt geboren. Sein Vater hatte familiäre Wurzeln in Brugg und war Beamter im österreichisch-ungarischen Militär.

In Wien absolvierte Jacob Christoph Rad eine Lehre in der Drogerie «zum schwarzen Hund». Daraufhin arbeitete er im Ausland und kam 1835 zurück nach Wien.

Am 1. März 1841 wurde er Direktor einer Zuckerfabrik in Daschitz (heutiges Dacice, Tschechien). Dank seiner Fähigkeiten vergrösserte er die Betriebsräume. Um mittels Dampfmaschinen die Produktion effizienter zu gestalten, erweiterte er das Sortiment mit der Herstellung von kandierten Früchten. Diversen Süsswaren und einer «Chocolade»-Fabrik, an der auch seine geschäftstüchtige Gattin Juliane beteiligt war.

Damals war Süssstoff nur in riesigen Zuckerhüten oder in Form von Sirup im Handel. Die Zuckerhüte waren bis zu 1,50 Meter hoch und nicht jeder konnte sie sich leisten, denn sie wurden auf dem Markt zu teuren Preisen verkauft. Weil der Zucker in den riesigen Kegelformen steinhart war, mussten jedes Mal kleine Stücke aus der Masse herausgelöst werden. Dazu benötigte man ein Werkzeug, wie zum Beispiel einen Zuckerhammer, eine Zuckerhacke oder einen Zuckerbrecher.

Das Dienstpersonal in Rads Zuckerfabrik soll sich dabei immer wieder blutige Verletzungen zugefügt haben und auch seine Frau Juliane soll sich an ein einem schönen Augusttag an der harten Zuckermasse sehr schmerzhaft verletzt haben. Mit einer blutigen Wunde soll sie sich scherzhaft bei ihrem Mann und eingeladenen Beamten beschwert haben: «Einer der Herren hätte’ eigentlich längst schon etwas erfinden können, damit man sich nicht immer am Zuckerhut zwickt.»

Drei Monate später legte ihr Mann als Geschenk ein Kistchen auf den Tisch. Als Juliane es öffnete, erblickte sie 350 rote und weisse Zuckerwürfel. Rad hatte sich ihr Scherz zu Herzen genommen und widmete sich der Sache. Er schuf eine Form aus Blechstreifen, die der heutigen Eiswürfelschale ähnelte. Anschliessend nahm er einen Zuckerhut und liess ihn raspeln, feuchtete die kleinen Stücke leicht an und füllte sie in die Form. Darauf aufbauend stellte er eine Würfelzuckermaschine her. So schaffte er es, Rohrzucker zu raffinieren und maschinell in Würfelform zu bringen. Mit der befristeten Patentierung 1843 konnte er seine geniale Erfindung auch wirtschaftlich verwerten.

Die Wiener Zeitung berichtete über die neue Würfelform: Ein zuverlässiger Massstab, um Getränke und Essen zu süssen, ein kalkulierbarer Einkauf und beim Verkleinern entstand kein Abfall. Der Handel führte das neue Produkt als «Thee-Zucker» ein und es verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Rad und seine Zuckerraffinerie wurden berühmt.

Drei Jahre später wechselte der Rheinfelder als Sekretär an die Handelskammer von Wien. Dort grübelte er an weiteren Erfindungen. Er versuchte sein Glück mit einem optischen Telegrafensystem, was jedoch scheiterte.

Am 13. Oktober 1871 starb der Vater von 16 Kinder im Alter von 72 Jahren in Wien. Ein Denkmal in Dacice, das 1983 zu seiner Ehrung gesetzt wurde, erinnert an den klugen Erfinder.

Seine Vaterstadt Rheinfelden darf stolz auf einen Mann sein, der seiner Zeit weit vorausgeschritten war.

Quelle: Aargauer Zeitung, Sandra Bös, Januar 2013 / Bild: wikipedia.ch

 

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