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Eroberung Aargau, 1415

Um 1415 bestanden zwischen den Territorien der Städte Bern und Solothurn einerseits, sowie der Stadt Zürich und den Innerschweizer Orten andererseits nur schwache Verbindungen über den Brünig.

Die Annexion des österreichischen Aargaus, die aus der Eidgenossenschaft der acht Alten Orte einen geschlossenen Länderblack machen sollte, erschien nur noch als eine Frage der Zeit.

Einem gewaltsamen Vorgehen stand allerdings ein Friedensvertrag zwischen Österreichs Herzögen und den eidgenössischen Orten entgegen, der 1394 auf 20 Jahre abgeschlossen und 1412 auf 50 Jahre verlängert worden war.

Dass es dennoch zur gewaltsamen Unterwerfung des habsburgisch-österreichischen Aargaus unter die Herrschaft der Eidgenossen kam, hatte sich das Haus Habsburg selbst zuzuschreiben: 1415 half Herzog Friedrich, der mit dem Beinamen "mit der leeren Tasche" in die Geschichte eingegangen ist, dem vom Konstanzer Konzil abgesetzten Papst Johannes zur Flucht.

Dies gab dem römischen König Sigmund, der als Luxemburger mit Habsburg-Österreich ohnehin in einem gespannten Konkurrenzverhältnis stand, die willkommene Gelegenheit, über Friedrich die Reichsacht zu verhängen und so das österreichische Gebiet dem Zugriff der länderhungrigen Nachbarn preiszugeben.

Die Bedenken der Eidgenossen wegen des kürzlich abgeschlossenen Friedensvertrages zerstreute der König, indem er unter Hinweis auf die Reichsacht, den Vertrag für nichtig und überdies alle habsburgisch- österreichischen Hoheitsrechte auf eidgenössischem Gebiet für erloschen erklärte.

Im April schlugen die Eidgenossen los. Da Herzog Friedrich im Aargau keine Truppen stehen hatte, wurde das Land eine leichte Beute der von verschiedenen Richtungen her einmarschierenden Eidgenossen. Den Löwenanteil an den Eroberungen sicherten sich die Berner, die in 17 Tagen Burgen und Städte eroberten. Das Unternehmen fand militärisch seinen Abschluss mit der Einnahme der Feste Baden, des österreichischen Verwaltungszentrums im Aargau.

Noch vor Abschluss des Feldzuges unterwarf sich Herzog Friedrich dem König, der daraufhin die Reichsacht aufhob und den Herzog in seinen Schutz aufnahm. Des Königs Aufforderung, die eroberten Gebiete zuhanden des Reiches und des rechtmässigen Besitzers, des Herzogs Friedrich, wieder herauszugeben, widersetzten sich die Eidgenossen mit Erfolg.

Gegen eine Entschädigung von rund 10 000 Gulden überliess er den Eidgenossen den österreichischen Aargau als Reichspfand. Das Gebiet teilten nun die Berner, Luzerner und Zürcher unter sich auf. Die Grafschaft Baden und das Freiamt wurden als «Gemeine Herrschaften» der Verwaltung aller eidgenössischen Orte (ausser den verzichtenden Urnern) unterstellt.

Nach dem Verlust des Aargaus erlangten in den österreichischen Vorlanden die rechtsrheinischen Gebiete mit den Waldstädten Rheinfelden, Säckingen, Laufenburg und Waidshut als Verbindungskorridor zwi- schen dem Badensee und dem Elsass für das Haus Habsburg-Österreich erhöhte Bedeutung.

weitere Informationen: www.ag.ch

Quelle: Vereinigung: Auf den Spuren der Habsburger Hôtel de Ville, F-68190 Ensisheim http://www.habsburg.net / Überarbeitet von schweizinfo.ch / Bildquelle: Kämpfe bei Schloss Wildegg während der Berner Besetzung des Westaargaus.www.ag.ch

 

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