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Ansprache von Bundespräsident Pascal Couchepin zum Nationalfeiertag.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

In vielen Ländern wird der Nationalfeiertag im Gedenken an einen militärischen Sieg oder an die Geburt oder den Tod eines Nationalhelden begangen. Die Schweiz hingegen feiert am 1. August eine Verschwörung. Eine Verschwörung, deren Ziel es war, den drei verbündeten Gemeinschaften, mehr Freiheit und mehr Rechtssicherheit zu gewähren.

Die ersten Schweizer hatten keine Gebietsansprüche. Sie erklärten keinen Unabhängigkeitskrieg. Bis ins Jahr 1648 [sechzehn hundert achtundvierzig] anerkannten sie sogar die Oberhoheit des Kaisers - was ihnen umso leichter fiel, als dieser weit weg war.

Die Schweiz strebte also von Anfang an nach einer Gesellschaft, in der sich jede Gemeinschaft sowie jede einzelne Person entfalten und in Freiheit und Recht leben konnten. Dieses Erbe ist es, das wir am 1. August feiern.

Dieses Erbe soll uns auch leiten, wenn wir die Probleme von heute angehen und lösen wollen. Wertschätzung für unsere Traditionen bedeutet jedoch nicht, dass wir einfach wiederholen, was unsere Vorfahren gesagt und getan haben.

Im Gegenteil: Eine Tradition wirklich achten, heisst, sie in einem veränderten Umfeld zu beleben. Heisst, sich verändern ohne seine eigenen Wurzeln zu vergessen oder seine Erinnerung zu verlieren.

Die Bundesverfassung von 1999 sagt in ihrer Präambel genau das, wenn sie festhält, «dass nur frei ist, wer seine Freiheit gebraucht».

Unsere Demokratie lebt mehr denn je von diesem Drang nach Freiheit, der die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes leiten soll.

In einer Demokratie soll die Freiheit, die Menschen zum Handeln und zur Solidarität bewegen. Sie nimmt Gestalt an, indem wir uns am öffentlichen Leben beteiligen, und zwar auf allen Stufen des Staates und der Gesellschaft.

Die Freiheit soll die gesellschaftliche Auseinandersetzung beflügeln und schliesslich dazu führen, dass eine Lösung gefunden wird. Diese Lösung soll für alle gut sein - nicht nur für unsere Generation, sondern auch für die Generationen nach uns.

Die Schweiz war in diesem Jahr, zusammen mit Österreich, Gastgeberin der Fussball-Europameisterschaft. Der Anlass war hervorragend organisiert. Es war für viele Schweizerinnen und Schweizer wie auch für viele Gäste ein phantastisches Ereignis, an das sie noch lange zurückdenken werden.

Die Wirtschaftslage unseres Landes ist nach wie vor sehr gut. Zwar bereitet die internationale Konjunktur einige Sorgen, aber die Grundlagen unserer Wirtschaft bleiben solid.

Sie beruhen auf öffentlichen Finanzen, die sich mehr und mehr erholen. Sie beruhen aber auch auf dem hohen Niveau unserer Forschung, auf der Berufsbildung, auf der Flexibilität des Arbeitsmarktes. Nicht zuletzt auch auf dem Willen, die Solidarität zwischen den Generationen, zwischen Gesunden und Kranken, zwischen Starken und Schwachen, langfristig aufrecht zu erhalten.

Diese Solidarität kann sich aber nicht nur auf die Einwohnerinnen und Einwohnern unseres Landes beschränken. Dafür sind wir zu klein. Wir müssen uns für den Frieden in der Welt einsetzen.

Wir müssen auch ständig bestrebt sein, unsere Beziehungen zu den anderen Ländern zu stärken. Vor allem natürlich zu unserer direkten Nachbarin, der Europäischen Union.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger: Wir dürfen zu Recht stolz sein auf unser Land und seine Institutionen. Wir haben gute Gründe, den 1. August zu feiern. Die Geschichte hat uns aber gelehrt, dass nichts auf ewig gesichert ist. Wenn wir uns für die Zukunft rüsten wollen, müssen wir alle - jede und jeder von uns - unseren Teil dazu beitragen.

Systematische Opposition kann in diesem Land nicht funktionieren. Das sehen wir tagtäglich. In der Schweiz gibt es keinen anderen Weg, als dass sich alle am öffentlichen und am gesellschaftlichen Leben beteiligen. Dies ist die Botschaft jeder Bundesfeier und ganz besonders dieses 1. August 2008.

Ihnen allen, ob mit oder ohne Schweizer Pass, wünsche ich von Herzen ein schönes Fest.

Quelle: Die Schweizerische Eidgenossenschaft, www.admin.ch

   

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