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Mittelalter

Das Jahr 1291 wird traditionsgemäss als Gründungsjahr der Schweizerischen Eidgenossenschaft betrachtet. In dieser Zeit schlossen sich drei ländliche Talschaften zusammen, um ihre Freiheit gegen allfällige Übergriffe von aussen besser verteidigen zu können.

Im 14. und 15. Jhd. entwickelte sich diese Gruppe zu einer lockeren Föderation mit ländlichen und städtischen Mitgliedern. Ende des 15. Jhds. war die Föderation stark genug, um die Machtverhältnisse in Europa zu beeinflussen. In verschiedenen Kriegen bewiesen die Eidgenossen Mut und Einfallsreichtum, was ihnen in Europa den Ruf eines gefürchteten Kriegsgegners eintrug.

Die Erweiterung der Eidgenossenschaft ging auf unterschiedlichen Wegen vor sich. Einige Gebiete traten der Eidgenossenschaft freiwillig und als gleichberechtigte Mitglieder bei, andere wurden mehr oder weniger gewaltsam erobert. Die Rechte der Einwohner/-innen waren von der Region, in der sie wohnten und von ihrer gesellschaftlichen Position abhängig.

Die Mitglieder der Eidgenossenschaft verwalteten im Allgemeinen vorwiegend die Angelegenheiten ihrer Region. Regelmässig trafen sich jedoch auch Abgeordnete der einzelnen Gebiete, um Fragen von allgemeinem Interesse zu diskutieren. Zu dieser Zeit wechselten sich Zürich, Bern und Luzern als Versammlungsorte für gesamt-eidgenössische Besprechungen ab. Jedes Mitglied der Eidgenossenschaft entsandte – je nach politischer Bedeutung - einen oder zwei Abgeordnete zu diesen Versammlungen.

Bild: swissworld.org

Konsolidierung und Expansion

Bereits vor dem Rütlischwur hatten die Habsburger, die über weite Teile der Zentralschweiz herrschten, ihre Macht Richtung Osten nach Österreich ausgebaut.Aber ihr Machthunger war damit keineswegs gestillt. Sie wollten ihren Einfluss an der Gotthardroute festigen und die Gebiete zurückerobern, die sie verloren hatten. Die Eidgenossen waren sich dieser Gefahr bewusst und entschlossen, sich gegen die Habsburger zu wehren. Bei der Schlacht am Morgarten im Jahre 1315 besiegte eine kleine Einheit eidgenössischer Soldaten ein Heer von österreichischen Gegnern.

In den 40 Jahren nach Morgarten expandierte die Eidgenossenschaft allmählich: 1332 trat Luzern der Föderation bei, 1351 stiessen Zürich, 1352 Glarus und Zug, und 1353 Bern zur Eidgenossenschaft. Zu dieser Zeit wurde der heute geläufige Begriff ‚Kanton’ noch nicht verwendet. Die Mitglieder der Eidgenossenschaft von 1353 wurden ‚Orte’ genannt.
Von 1353 bis 1481 blieb die Zusammensetzung der Eidgenossenschaft unverändert.

Obschon es im Habsburgerreich auch andere Bündnisse gab, war die Schweizerische Eidgenossenschaft eine Ausnahme: nirgends sonst bestanden Allianzen aus städtischen und ländlichen Gebieten. Ausser in der Schweiz wurden die ländlichen Gebiete von den Städten ‘geschluckt’.

Die Siege der Eidgenossenschaft untergraben die Macht des Adels

Die Eidgenossen rühmten sich, im Gegensatz zu anderen Allianzen innerhalb des Habsburger Imperiums die Macht des Adels schwächen zu können.

Ihre Aufstände gegen die Herrscher – vor allem die Habsburger – waren nicht immer gut organisiert, aber die Mitglieder der Eidgenossenschaft unterstützten sich gegenseitig (neben Morgarten auch in Sempach bei Luzern 1386 und in Näfels bei Glarus 1388).

Von den beiden Niederlagen in Sempach und Näfels erholten sich die Habsburger nie mehr ganz. Das Selbstvertrauen der Eidgenossen hingegen wurde dadurch beträchtlich gestärkt. Aus der Schlacht in Sempach ging gar ein Nationalheld hervor: Arnold von Winkelried soll für die Eidgenossen einen Weg durch die feindlichen Linien geschlagen haben, indem er sich in die feindlichen Lanzen warf. Ob diese Geschichte wahr ist oder nicht, weiss niemand so genau. Sicher ist nur, dass sie 1533 erstmals schriftlich (in einer Ballade) erwähnt wurde.

Bild: swissworld.org

Untergebene und Alliierte

Die Beziehungen zwischen den Eidgenossen und anderen Teilen der heutigen Schweiz waren sehr unterschiedlich. Während einige Gebiete anderen vollständig unterworfen waren, genossen andere grosse Entscheidungsfreiheit und viel Macht.

Am wenigsten Freiheiten genossen die Gebiete, die als so genannte ‚gemeine Herrschaften’ verwaltet wurden. Konkret bedeutete dies, dass die Mitglieder der Eidgenossenschaft im Turnus Vögte entsandten, welche die gemeinen Herrschaften verwalteten.

Die städtischen Mitglieder der Eidgenossenschaft hatten ihre eigenen Untergebenen, z.B. Städte, die an ländliche Gebiete grenzten (Landschaften). Diese Landschaften verfügten z.T. jedoch über recht grosse Autonomie. Einige hatten sogar das Recht, ihre lokalen Behörden selbst zu bestimmen.

Andere Orte schlossen gemäss so genanntem Burgrecht Allianzen mit Städten, Klöstern oder einzelnen Adligen. Im Allgemeinen stellten die Alliierten den Städten Soldaten zur Verfügung und erhielten dafür Zutritt zu den städtischen Märkten. Dank dieses Systems konnte Bern seinen Einflussbereich in Richtung Westen ausdehnen.

Schliesslich gab es Gebiete, die als so genannte ‚zugewandte Orte’ galten. Die Entwicklung dieser Orte war sehr unterschiedlich: einige traten später als Vollmitglieder der Eidgenossenschaft bei, andere wurden zu Protektoraten.

Unstimmigkeiten innerhalb der Eidgenossenschaft

Die Ausdehnung der Eidgenossenschaft geschah nicht reibungslos. Der gemeinsame Feind Österreich hielt die Mitglieder zwar zusammen, aber sobald die Gefahr von aussen kleiner wurde, wuchs der Individualismus der einzelnen Kantone. Im 15. Jhd. drohte die Eidgenossenschaft zweimal auseinander zu brechen.

Zürich gegen den Rest der Eidgenossenschaft: Nach dem Tod des letzten Grafen von Toggenburg 1436 stritten sich Zürich und Schwyz über dessen Erbe. Zürich weigerte sich, das Urteil eines Schiedsgerichts zu akzeptieren und bat Österreich um Unterstützung.

Für diese Unterstützung trat es an Österreich sogar einen Teil seines Territoriums ab. 1444 überzeugte Österreich französische Söldner, auf der Seite Zürichs zu kämpfen. Diese französische Armee besiegte die Eidgenossen in der Schlacht von St. Jakob an der Birs.

Erst 1450 kam es zu einem Friedensabkommen: Zürich löste sein Bündnis mit Österreich auf und versprach, künftig auf solche Allianzen zu verzichten.

Stadt gegen Land: Eine weitere Bedrohung für die Eidgenossenschaft waren die gärenden politischen und sozialen Spannungen.

Die einzelnen Mitglieder der Eidgenossenschaft hatten immer das Recht gehabt, eigene Bündnisse zu schliessen. Nach dem Burgunderkrieg von 1477 schlossen die städtischen Mitglieder jedoch so viele Allianzen mit anderen Städten, dass die Landkantone das Gleichgewicht zwischen städtischen und ländlichen Mitgliedern gefährdet sahen.

Gegen den Wunsch der Stadtkantone, die zugewandten Städte Solothurn und Freiburg als Vollmitglieder in die Eidgenossenschaft aufzunehmen, opponierten die Landkantone vehement.

1481 wurde am Konzil von Stans - unter der Vermittlung des Eremiten Niklaus von der Flüeh (Bruder Klaus) - schliesslich ein Kompromiss gefunden, der u.a. die Aufnahme von Solothurn und Freiburg als Vollmitglieder ermöglichte.

Bild: swissworld.org

Unabhängigkeit und Ende der Expansion: das 16. Jahrhundert

Der Schwabenkrieg 1498-1499. Als der spätere Kaiser Maximilian I. gegen Ende des 15. Jahrhunderts Reformen einführen wollte, welche die Eidgenossen enger an das Habsburger Imperium gebunden hätten, fürchteten diese um ihre Freiheit. Deshalb schlossen sie eine Allianz mit den drei Bünden, die heute den Kanton Graubünden bilden und die sich ebenfalls durch die Österreicher bedroht fühlten.

Schliesslich brach der Schwabenkrieg im Bündnerland aus, breitete sich schnell aus und endete mit einem Sieg der Eidgenossen bei Dornach (heutiger Kanton Solothurn).

Nach dem Krieg wurde im Vertrag von Basel die Unabhängigkeit der Eidgenossen vom Habsburger Reich festgehalten.
Basel und Schaffhausen traten der Eidgenossenschaft 1501 als Vollmitglieder bei, um ihre Unabhängigkeit von den Habsburgern zu bewahren.

Italienfeldzüge: Nach dem Schwabenkrieg mischten die Eidgenossen auch in den Kämpfen um die aufblühenden norditalienischen Städte mit (hauptsächlich kämpften die wichtigsten europäischen Mächte, nämlich die Habsburger, die vallonischen Könige Frankreichs und das päpstliche Amt um diese Städte).

In dem 15 Jahre dauernden Kampf um Mailand unterstützten die Eidgenossen zuerst Frankreich, 1510 wechselten sie ins päpstliche Lager und eroberten 1512 Mailand von den Franzosen zurück. Nach der entscheidenden Schlacht gegen die Franzosen bei Novara (1513) schien es klar, dass die Eidgenossen ihre Expansion Richtung Lombardei fortsetzen würden.

Diese Träume wurden jedoch bereits zwei Jahre später zerschlagen, als die Franzosen gemeinsam mit ihren Verbündeten, den Venezianern, die Eidgenossen bei Marignano vernichtend schlugen.

Im anschliessenden Friedensvertrag wurde den Eidgenossen immerhin das Gebiet des heutigen Kantons Tessin und ein paar andere Gebiete, die heute zu Italien gehören, zugesprochen.

Die Schlacht bei Marignano gilt als Wendepunkt in der Schweizer Geschichte: sie beendete nicht nur die militärischen Expansionsaktionen der Eidgenossen, sondern markierte auch den Beginn der schweizerischen Neutralität.

Quelle: swissworld.org

   
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