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Grenzbesetzung 1914

Nach einer Reihe von krisenhaften Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Grossmächten Europas löste die Ermordung des österr. Thronfolgers in Sarajewo am 28. Juni 1914 den Ersten Weltkrieg aus, der auch ein weiteres Kapitel der deutsch-französischen Konfrontation darstellte.

Die ab dem Ende des 19. Jh. abgeschlossenen Bündnisse hatten zur Folge, dass Österreich und Deutschland (Mittelmächte) innerhalb weniger Tage (1.-4. August) im Krieg mit den Alliierten (in der Reihenfolge ihres Eintritts in den Krieg: Serbien, Russland, Frankreich, England und Montenegro) standen.

Zu den Mittelmächten stiessen 1914 die Türkei und 1915 Bulgarien, zu den Alliierten 1915 Italien und 1917 die Vereinigten Staaten. In der Schweiz wurde am 1. August 1914 die allgemeine Mobilmachung verkündet.

Über die Kolonien der Grossmächte weitete sich der Konflikt zum Ersten Weltkrieg aus, doch die wichtigsten Kampfhandlungen fanden in Europa statt. Für die Schweiz gab die von Dezember 1914 bis Sommer 1918 im Grabenkrieg erstarrte Front in Frankreich (Jura) am meisten Anlass zur Besorgnis, doch auch die italienische Front erforderte eine Grenzbesetzung, vor allem im Unterengadin.

Es hätte ein kurzer Krieg werden sollen, aber er dauerte bis zum Nov. 1918; am 11.11. wurde der letzte Waffenstillstand zwischen Deutschland und Frankreich abgeschlossen.

Der Erste Weltkrieg führte zu enormen Verlusten an Menschenleben (8,5 Mio. Tote), zur Russischen Revolution von 1917 (gefolgt vom deutsch-russischen Separatfrieden von Brest-Litowsk im März 1918), zum Sturz der Habsburger und der Hohenzollern (1918), zur Verschuldung Europas und zur vollständigen Veränderung der politischen Karte Zentraleuropas.

Die Bemühungen, die strittigen Punkte zwischen den Kriegsparteien durch verschiedene, während oder nach der Friedenskonferenz von 1919 unterzeichnete Friedensverträge aus der Welt zu schaffen, scheiterten. Immerhin gelang es dem Völkerbund, während einiger Jahre dem so genannten Geist von Genf Nachdruck zu verschaffen.

Zwar blieb die Schweiz von militärischen Angriffen verschont, doch war sie von der Länge des Kriegs und insbesondere von der Blockade der Alliierten und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten betroffen. Dazu kam die massive Ausweitung des Militärbudgets.

Trotzdem konnte sich die Schweiz in dieser Zeit als Finanzplatz entwickeln. Die Bevölkerung war entlang der Sprachregion gespalten: Während die Deutschschweizer mehrheitlich mit den Mittelmächten sympathisierten, s die Westschweizer zu grossen Teilen auf Seiten der Alliierten.

Die sozialen Probleme kulminierten im Landesstreik von 1918, der zum Ende der Hegemonie des Freisinns führte. Während des Konflikts bemühte sich die Eidgenossenschaft, ihre seit Beginn des 20. Jh. betriebene Politik der Neutralität und „der Guten Dienste“ weiterzuführen (Haager Konventionen).

Information zum Bild: Am 31.7.1914 beschloss der Bundesrat die Pikettstellung der Armee, für den 3. August die Allgemeine Mobilmachung sowie die Einberufung der im Ausland lebenden Angehörigen des Auszugs und der Landwehr.

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, www.hls.ch / Aufbereitet von schweizinfo.ch / Bildquelle: www.gms-reisen.ch
 
 

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