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Die Verfassung von 1848

Die neue Verfassung wurde zu Beginn des Jahres 1848 entworfen, anschliessend von der Tagsatzung und kurz danach auch von den 22 Kantonen gutgeheissen.

Die neue Verfassung gab der Eidgenossenschaft eine zentralistischere Struktur, die viele Rechte und Pflichte, die bisher in der Kompetenz der Kantone lagen, an den Staat übertrug.

Die Abschaffung der Schranken, die früher den Personen-, Waren- und Geldverkehr erschwert hatten, ermöglichten nun ein wirtschaftliches Wachstum.

Die wichtigste Neuerung waren die Schaffung des Zweikammersystems (National- und Ständerat, deren Sitze in demokratischen Wahlen, an denen bis 1971 allerdings nur Männer teilnehmen durften, besetzt wurden) und des Bundesrats (bestehend aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern; das Amt des Bundespräsidenten wurde turnusgemäss jedes Jahr von einem anderen Bundesrat ausgeübt).

Die neue Verfassung gab den Bürgern auch verschiedene Rechte und Freiheiten, so z.B. die Presse- und Religionsfreiheit sowie die freie Wahl des Wohnorts.

Die neue Bundesversammlung trat am 6. November 1848 erstmals zusammen, wobei die überwältigende Mehrheit der Abgeordneten Liberale waren. Zuerst wählte das Parlament die Regierung (sieben liberale Männer), wobei Jonas Furrer zum ersten Bundespräsidenten ernannt wurde und bestimmte Bern zur offiziellen Bundeshauptstadt.

In den darauf folgenden Jahren verabschiedete die Bundesversammlung eine Reihe von Gesetzen, welche die Verwaltung zentralisierten und vereinheitlichten. So übernahm der Bund die Verantwortung für das Postwesen, die Vereinheitlichung der Währung sowie der Masse und Gewichte. Weiter schaffte sie die internen Zölle ab, welche zu verschiedenen Handelsunterbrüchen zwischen den Kantonen geführt hatten.

Bild: politblog.tagesanzeiger.ch

Politische Entwicklungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in der Schweiz allmählich ein System von Parteien.

Nach Napoleons Sturz gab es eine relativ klare Aufteilung in Konservative und Aristokraten auf der einen und Progressive auf der anderen Seite. Die Konservativen wollten zum System von vor 1798 mit vielen Privilegien für eine kleine Schicht von Bürgern zurückkehren, die Progressiven (auch unter dem Namen ‚Freisinnige’ bekannt) kämpften für gleiche Rechte für alle.

Die Konservativen wollten möglichst viel Macht bei den Kantonen behalten, die Progressiven befürworteten einen föderativen Staat.

Doch bereits vor 1848 herrschte unter den Freisinnigen Uneinigkeit über den besten Weg zu mehr Rechten und mehr Freiheit für alle.

Schliesslich teilten sich die Progressiven in drei Gruppierungen auf:

Die Liberalen wurden durch Industrielle vertreten, welche an freies Unternehmertum ohne staatliche Interventionen glaubten.

Die Radikalen waren etwas sozialer eingestellt und vertraten die Ansicht, der Staat sollte eine Rolle in der Wirtschaft spielen.

Die Demokraten, die 1860 die Politbühne betraten, setzten sich für die “reine Demokratie” ein. Ihrer Meinung nach sollte das Volk als Ganzes politische Entscheidungen treffen und nicht dessen gewählte Vertreter. Es dauerte jedoch noch bis 1890, bis sich die drei Gruppierungen offiziell trennten. Die Radikalen bildeten 1894 ihre eigene Partei, die Freisinnig Demokratische Partei (FDP). Die FDP ist bis heute (mit zwei Bundesräten) in der Regierung vertreten.

Die Arbeitenden waren schlecht organisiert und ihre Bedürfnisse wurden kaum wahrgenommen. Proteste seitens der Arbeiter wurden brutal niedergeschlagen. Unter dem Einfluss von politischen Flüchtlingen aus Deutschland begannen sich in den 1830-er Jahren Selbsthilfe-Gruppierungen zu bilden.

Die Sozialdemokratische Partei, welche die Arbeiterschicht vertrat, wurde 1888 gegründet.

Trotz ihrer Niederlage im Sonderbundskrieg verschwanden die katholisch Konservativen nicht von der Bildfläche. Auf nationaler Ebene war ihr Einfluss zwar relativ klein, in den katholischen Kantonen hatte die Katholisch Konservative Partei, wie sie bis 1912 hiess, jedoch eine grosse Anhängerschaft.

Im schweizerischen Kontext bedeutet konservativ das Verteidigen lokaler Strukturen und lokaler Kultur gegen eine liberal-radikale Zentralmacht. Die religiösen und politischen Grenzen waren nicht identisch: nicht alle Katholiken waren konservativ und nicht alle Konservativen waren katholisch.

Nach vielen Jahren in der Opposition gelang es den Katholisch Konservativen, 1891 in die Bundesregierung einzuziehen (der erste katholisch konservative Bundesrat war Joseph Zemp).

Die Verfassung von 1874

In verschiedenen Kantonen – insbesondere Zürich - hatte die Einführung von mehr direkter Demokratie grossen Erfolg. Deshalb gab es bald Bemühungen, ähnliche Änderungen auch auf nationaler Ebene einzuführen.

Liberale Wirtschaftskreise forderten ihrerseits eine Revision der Verfassung, da sie eine zentralistischere Gesetzgebung für die wirtschaftlichen Aktivitäten befürworteten.

Die revidierte Bundesverfassung wurde 1874 verabschiedet. Sie verlieh der Schweizer Bevölkerung direkt-demokratische Instrumente (Initiativ- und Referendumsrecht), die es ermöglichen, praktisch jeden Entscheid von Bundesrat und Parlament zu ändern oder zu widerrufen.

Quelle: admin.ch

   

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