Standesbote

In der Schweiz entfaltete sich erstmals zur römischen Zeit ein umfangreicher Botendienst, der einen geordneten Nachrichtenverkehr erlaubte.

Dieser cursus publicus (ca. 15 v.Chr.-5. Jh.) diente in erster Linie der kaiserlichen Machtsicherung und stand lediglich militärischen und staatllichen Amtspersonen zur Verfügung.

Erst im 3. Jahrhundert wurde das Nutzungsverbot für Privatpersonen gelockert. Das Römische Reich errichtete auch ein umfangreiches System zur optimalen Zeichenübermittlung. Es unterhielt an seiner Nordgrenze (Limes) bis ins 5. Jh. ein Warnsystem, das mit Feuerzeichen auf bestimmten Signalpunkten funktionierte.

Der Zusammenbruch der römischen Herrschaft brachte dessen Niedergang sowie denjenigen des Botendienstes. Bis ins Spätmittelalter bestand nichts Vergleichbares mehr.

Im Früh- und Hochmittelalter waren es hauptsächlich Adlige und insbesondere die Klöster, die Boten für den Nachrichtenverkehr einsetzten. Da die Ausbreitung der Schriftlichkeit weitgehend auf die dünne Oberschicht beschränkt blieb, spielten mündlliche Formen der Nachrichtenübermittlung weiterhin eine zentrale Rolle für die öffentlliche Kommunikation.

Erst der Wirtschaftsaufschwung im 12. und 13. Jahrhundert führte zu einer Neubelebung des Botenwesens.

Das Entstehen der Eidgenossenschaft gab weitere Entwicklungsimpulse. So wurden die Standesläufer ab dem 14. Jh. zu wichtigen Amtspersonen. Sie sorgten mit ihren Botendiensten u.a. für einen zuverlässigen diplomatischen Verkehr inner- und ausserhalb der Eidgenossenschaft. In beschränktem Umfang übernahmen sie auch private Aufträge.

Nachweise für Feuer- bzw. Wortzeichensysteme finden sich für die Schweiz von neuem ab dem 15. Jahrhundert, als sich die Eidgenossenschaft immer wieder in kriegerischen Auseinandersetzungen verwickelt sah und ein Kommunikationsmittel zur raschen Mobilisierung von Verbündeten benötigte.

Im frühen 17. Jh. wurden die Hochwachten in die Wehranstalten der Kantone eingegliedert und erhielten damit den Charakter staatlichen Anstalten. Das landesweite Warnsystem der Hochwachten kam 1870 im Zug des Deutsch-Französichen Kriegs zum letzten Mal zum Einsatz.

Quelle: www.hls.ch / Überarbeitet von schweizinfo / Bild: www.duerst.ch - Ein Zürcher Standesbote überbringt dem Bürgermeister seiner Stadt die Nachricht vom Sieg der Eidgenossen bei Dornach im Schwabenkrieg, 1499 - Holzschnitt aus der Chronik über den Schwabenkrieg von Niklaus Schradin, 1500.

 

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