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Kapuziner

Diese Geschichte belegt, dass die Kapuziner in der Vergangenheit im Diemtigtal keine Unbekannten waren.

Es war auf einer mir unbekannten Alp. Jedes Jahr hatten die Sennen dort viel Unglück. Es kam nicht selten vor, dass an einem Morgen eine Kuh tot aufgefunden wurde oder, dass einige von den schönsten Tannen gefällt waren. Die Männer wussten nicht, woher das alles kam.

Einst, an einem heissen Sommertag, begab sich ein Fremder zu der Hütte und bat um einen Tropfen Milch.Der bei der Hütte weilende Senn setzte sich zu dem Ankömmling und erzählte ihm von dem Unglück der Alp.

Der Gast schüttelte ein wenig den Kopf und sprach, sie sollten doch einmal die Kapuziner kommen lassen und wusste von einer ganzen Reihe von ähnlichen Fällen zu erzählen, wo sie geholfen hätten. Darauf schrieb der Besitzer der Alp ein Brieflein an die Braunröcke im Wallis.

Nach ein paar Tagen erschienen drei Kapuziner auf dem Berg.

Einer der Knechte wollte mit ihnen Spott treiben und fragte, ob er auch mit Ihnen kommen dürfe. Ein Mönch fragte, ob er sich gar nicht fürchte. „Nein“, gab der Knecht zur Antwort. „Dann kannst Du mitkommen.“

Die Kapuziner gingen eine Strecke über die Alp. Dann machten sie einen Kreis um sich her. Einer las etwas aus einem Buch. Da trat plötzlich ein altväterisches, graues Männchen herzu. Er flehte die Mönche an, sie sollten ihn doch gehen lassen. Er füge den Menschen weder Schaden noch Unglück zu. Zudem sei seine Zeit bald um. Die Braunröcke entliessen den Geist.

Unserm Knecht war schon ziemlich bange. Gleichwohl folgte er den drei Männern, die noch eine gehörige Strecke weitergingen. Dann machten die Kapuziner wieder einen Kreis und betraten denselben. Der eine nahm ein anderes Buch hervor und las daraus.

Da kamen zwei unheimliche Leutchen. Sie sagten, ihnen habe niemand etwas zu befehlen; sie würden töten und verwüsten so viel in Ihrer Macht stehe. Den Kapuzinern gehorchten sie nicht, wenigsten solange Menschen - „einen solchen“ bei sich hätten. Dabei zeigten sie auf den Knecht. Der sei kein Haar besser als Sie. Der habe auch einmal, als er Vieh vom Erlenbach nach Latterbrach getrieben habe, gestohlen.

Nach diesem Begebnis zog sich der Knecht von den Leuten zurück und lebte von da an ganz einsam. Und es kehrte Ruhe ein auf der Alp.

Quelle: Otto Nyffeler: Sagen aus dem Diemtigtal / Bild: Die Kapuziner in Sarnen erhalten 1966 ihr Brennholz für das Kloster angeliefert. Foto: ©Provinzarchiv Schweizer Kapuziner

 

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