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Geistererzähler

1982 publizierte das Magazin den „Tagesanzeigers“ unter dem Titel „Die letzten Gespenster im Entlebuch“ einige Tonbandaufnahmen. Eine davon, aufgenommen 1982, schildert ein Ereignis, das sich 1943 auf einem Heimet in March zugetragen hat.

Ein Marbacher Bauernpaar war besorgt um ihr fünf Monate altes Kind, das seit der Geburt kränkelte und nicht recht gedeihen wollte. Auch mit den Kälbern im Stall verlief nicht alles wunschgemäss.

Als die zwölfjährige Nachbarstochert – sie erzählte ihre Erlebnisse 39 Jahre später auf Tonband – einmal während der Heuernte das kränkelnde Kind hütete und ihm den Schoppen zubereitet, begegnete ihr in der Küche unversehens ein unwirklich wirkender schwarzer Mann. „Er war stark aufgedunsen, hatte Finger wie Würste und Gesichtsbacken wie Sauerteigbrot. Wie eine Wachssäule stand er da, machte nicht als Starren.“ Das Mädchen schrie, packte den Säugling und rannte aufs Feld hinaus.

Die Eltern riefen sofort einen Kapuziner, der am nächsten Tag erschien. Unter der Treppe, wo am Vortrag der Geist erschienen war, nagelte er vier kurze Dachlatten in der Form eines Quadrats an die Wand. Er segnete das Haus, den Stall und das Quadrat, flüsterte auf lateinisch ein Gebet und übernagelte dann den Lattenrahmen mit mehreren Brettern. Somit sei der Geist „eingefangen, verbannt, eingetäfelt, benediziert worden“.

Seitdem sei es auf dem Hof ruhig geblieben, hält die Erzählerin abschliessend fest.

Quelle: Bundesamt für Kultur, www.bak.ch - Lebendige Traditionen · Geistergeschichten in der Zentralschweiz · 8. September 2012 / Bild: Geister als Stoff für eindringliche Erzählungen: Szene aus dem Dokumentarfilm «Arme Seelen» mit den Urnern Josef Stadler (links) und Remigi Bissig, 2011© Edwin Beeler, Luzern.

 

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