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Stellungskrieg

In mehreren Sprachen, nicht aber im Deutschen, wird der Erste Weltkrieg wegen des Ausmasses seiner Folgen der "Grosse Krieg" genannt. Die Schrecken des Stellungs- und Grabenkriegs lösten bei den Überlebenden den Gedanken aus, dass sie die "Letzten der Letzten" (franz. der des ders) seien.

Mit dem Ersten Weltkrieg begann der Niedergang Europas, das die Welt bis 1914 dominiert hatte.

Der engl. Historiker Eric J. Hobsbawm bezeichnete ihn als das Ende des bürgerlichen Zeitalters und als Beginn einer langen Krise, die er 1989 mit dem Niedergang des Kommunismus als beendet ansah.

Auch für die Schweiz stand der Erste Weltkrieg am Anfang verschiedener wichtiger Veränderungen, besonders in der Politik und der Wirtschaft. Die Erfahrungen von 1914-18 wurden auf politischer und finanzieller Ebene berücksichtigt. Die Friedensverträge veränderten die Nachbarschaft nur insofern, als das Elsass wieder zu Frankreich und das nunmehr Alto Adige genannte Südtirol zu Italien gelangten. Die Grenzen, die vor 1914 weitgehend offen waren (man reiste ohne Pass in Westeuropa), wurden nach 1918 undurchlässiger, und die Schweiz der Zwischenkriegszeit war wenig gastfreundlich zu Ausländern.

Das Konzept der immerwährenden Neutralität wurde durch den Konflikt für Jahrzehnte gefestigt, auch wenn die Schweiz beim Beitritt zum Völkerbundzwischenzeitlich für die differentielle Neutralität eintrat. Im Gegensatz zu den Krieg führenden Staaten hatte sie keine Opfergeneration, die zum Thema vieler Schriftsteller und Künstler wurde.

Im Wissen darum, verschont worden zu sein, wurde sie trotzdem durch diese vier Jahre geprägt, die Meinrad Inglin in seinem Roman "Der Schweizerspiegel" (1938) beschrieb.

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, www.hls.ch / Aufbereitet von schweizinfo.ch / Bildquelle: www.zeitonline.de/wissen / Stellungskrieg 1914: Deutsche Soldaten schlafen in einem der Gräben an der Westfront in Frankreich.

 

 

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