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Albert Anker, Kappeler Milchsuppe

Als Kappeler Kriege werden die beiden unter anderem bei Kappel am Albis ausgetragenen kriegerischen Auseinandersetzungen bezeichnet, die als Folge der Reformation zwischen den reformierten Städten - insbesondere Zürich und Bern - und den altgläubigen fünf inneren Orten der Eidgenossenschaft (Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug) ausgetragen wurden.

Im 1. Kappelerkrieg von 1529 konnten Kriegshandlungen auf diplomatischem Weg verhindert werden. Im 2. Kappelerkrieg von 1531 bezwangen die altgläubigen die neugläubigen Orte. Der 2. Kappeler Landfrieden legte die rechtliche Grundlagen für den Umgang zwischen den Konfessionen in der alten Eidgenossenschaft fest.

Der erste Kappeler Krieg

Versuche, die konfessionelle Frage in der Eidgenossenschaft durch einen Beschluss der Tagsatzung (1524) oder durch ein Religionsgespräch wie die Badener Disputation von 1526 (Disputationen) zu lösen, scheiterten an der Unvereinbarkeit der theologischen Standpunkte.

Der Durchbruch der Reformation in Bern, Basel und Schaffhausen 1528-29 führte zu einer Stärkung der im Christlichen Burgrecht organisierten Reformierten gegenüber den altgläubigen fünf Orten (Christliche Vereinigung). Gestützt auf reformatorischenTendenzen in der Bevölkerung strebte Zürich einen Ausbau seiner Machtstellung in der Ostschweiz an.

Der Zürcher Reformator Huldrych Zwingli sah nun die Möglichkeit, sein religiöses Reformwerk in der ganzen Eidgenossenschaft durchzusetzen.

Folgende Faktoren führten im Frühsommer 1529 zu einer Krise: Die Frage, ob in den gemeinen Herrschaften die einzelnen Gemeinden oder die regierenden Orte- bei denen meist die katholischen in der Mehrheit waren - über die Konfession entscheiden konnten; das Schicksal der faktisch zu einem Zürcher Protektorat gewordenen Fürstabtei St. Gallen; das Bündnis der fünf Orte mit König Ferdinand I. aus dem Hause Habsburg, das die reformierten Orte als einen gegen sie gerichteten Akt empfanden; die Unterstützung eines Aufstands des Haslitals gegen Bern durch die Obwaldner.

Zum Auslöser des 1. Kappelerkriegs wurde die Verbrennung des reformierten Pfarrers Jakob Kaiser in Schwyz.

Zürich erklärte den fünf Orten am 8.6.1529 den Krieg und zog mit seiner Hauptmacht nach Kappel an der Zuger Grenze; Berner Truppen folgten. Auf der anderen Seite sammelten sich die nur etwa halb so starken Kräfte der fünf Orte. Die Vermittlungstätigkeit der Vertreter der neutral gebliebenen Orte unter der Leitung des Glarner Landammanns Hans Aebli verhinderte den Übergang zum blutigen Kampf, da auch Bern Zürich drängte, in einen Kompromiss einzuwilligen.

Dieser fiel am 26.6.1529 in Form des 1. Kappeler Landfriedens eher zugunsten der reformierten Wünsche aus; v.a. in den Gemeinen Herrschaften konnte sich die Reformation nun weiter ausbreiten. Die fünf Orte mussten ihr Bündnis mit König Ferdinand I. aufgeben.

Ihre weiteren Ziele allerdings, das Verbot des Söldnerwesens in der ganzen Eidgenossenschaft und die Zulassung der ref. Predigt auch im Gebiet der fünf Orte, erreichten Zwingli und Zürich nicht. Während der Friedensverhandlungen kam es zwischen den beiden Heeren zu Fraternisierungserscheinungen, die - in Ansätzen bereits bei Johannes Salat und Johannes Stumpf, ausgebaut dann bei Heinrich Bullinger - im immer wieder als Beispiel eidgenössischer Kompromissbereitschaft zitierten Bild der sogenannten Kappeler Milchsuppe gefasst wurden: Kriegsleute aus beiden Lagern hätten demnach aus einem grossen Eimer an der Grenze gemeinsam eine Suppe aus Milch und Brot gegessen.

Hinweis: Der Beitrag zum zweiten Kappelerkrieg folgt später.

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, www.hls.ch / Bild: Die Kappeler Milchsuppe auf einem Gemälde von Albert Anker. www.wikipedia.ch

 

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