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Schwabenkrieg 1499

Der Schwabenkrieg, in der Geschichtsschreibung auch als Schweizerkrieg oder als Engadiner Krieg bezeichnet, war ein von Januar bis September 1499 dauernder kriegerischer Konflikt zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Haus Habsburg-Österreich ...

... mit seinem massgeblichen Verbündeten, dem Schwäbischen Bund, um die Vorherrschaft im habsburgisch-eidgenössischen Grenzgebiet. Wenngleich die Eidgenossen den Krieg militärisch gewannen, konnten sie dadurch keinen Gebietszuwachs verzeichnen.

Auslöser des Schwabenkriegs war die Eskalation des Vinschgau-Konflikts im Winter 1498. Auf ein Eingreifen von Tiroler Truppen im Etschtal reagierte der Gotteshausbund Mitte Januar 1499 mit einer Besetzung des Münstertals.

Sein Beistandsgesuch an den Grauen Bund löste die Bündnisverpflichtungen aus. Der Graue Bund war ab 1497, der Gotteshausbund ab 1498 zugewandter Ort der sieben östlichen Orte der Eidgenossenschaft. Bern, Freiburg und Solothurn traten wenig später ebenfalls in den Konflikt ein.

 Die oberösterreichische Regierung wertete die Besetzung des Münstertals als Angriff auf die österreichischen Erblande und aktivierte ihr Bündnis mit dem Schwäbischen Bund.

Ein vermutlich am 26.1.1499 in Glurns vereinbarter Waffenstillstand und Frieden wurde von beiden Parteien nicht anerkannt. Eidgenössische wie österreichische Verbände bezogen Stellungen im Rheintal und um Sargans.

Angeblich verbale Provokationen führten am 5.2. zu Überfällen durch Urner Knechte über den Rhein bei Gutenberg. Der Gegenschlag österreichischen Verbände über die St. Luzisteig und die Einnahme der Stadt Maienfeld am 7.2. liessen den Konflikt eskalieren.

Mit der Schlacht bei Triesen am 12.2. wurde der Landkrieg eröffnet. Danach dehnte sich der Grenzkrieg auf drei weiträumige Frontabschnitte aus: auf Graubünden, Tirol und Vorarlberg, auf das Gebiet um Konstanz, den Hegau und Klettgau sowie auf das Rheintal von Waldshut bis Basel und in den Sundgau hinein.

In den ersten Kriegsmonaten gelang es den Eidgenossen mit deutlichen Siegen in den Schlachten bei Hard nahe Bregenz (22.2.), am Bruderholz bei Basel (22.3.) und im Schwaderloh vor Konstanz (11.4.) ein Vordringen des Gegners auf eidgenössischem Territorium zu verhindern. Die Zerstörung der Talsperre bei Frastanz (20.4.) beendete die Kämpfe in Vorarlberg.

Zwischen Februar und Mai unternahmen eidgenössischen Verbände mehrere Feldzüge in den Hegau, Klettgau und Sundgau, in deren Verlauf zahlreiche Burgen und Ortschaften zerstört und geplündert wurden.

In der zweiten Aprilhälfte eroberten und zerstörten die Eidgenossen im Klettgau und Hegau die Städte Tiengen, Stühlingen und Blumenfeld. Ein dritter Hegauzug Ende Mai wurde wegen Versorgungsproblemen abgebrochen.

Im April schaltete sich auch der bis dahin in den Niederlanden weilende König Maximilian I. in den Krieg ein. Er liess am 22.4. den Reichskrieg gegen die Eidgenossen ausrufen.

Am 27.4. traf der König am Bodensee ein und zog weiter nach Tirol. Sein Plan, mit einem Heereszug der Bedrohung Tirols durch die Bündner ein Ende zu setzen, wurde durch den erfolgreichen Angriff Letzterer am 22.5. auf die Talsperre an der Calven bei Glurns durchkreuzt (Schlacht an der Calven).

Einen Rachefeldzug Maximilians ins Engadin Anfang Juni beantworteten die Eidgenossen mit einem Gegenzug, der weite Teile des tirolischen Vinschgaus verwüstete (22.6.-1.7.).

Ende Juli versammelte Maximilian in Konstanz ein Heer von über 10'000 Mann. Der geplante Vormarsch gegen die Eidgenossen im Schwaderloh scheiterte jedoch an der Weigerung seiner Hauptleute zum Angriff, worauf sich der König enttäuscht nach Lindau zurückzog.

Auf die Nachricht von der Niederlage in der Schlacht bei Dornach (22.7.) stoppte Maximilian seine Kriegsbemühungen und willigte in Friedensgespräche ein. Neben einer Kriegsmüdigkeit auf beiden Seiten kamen bei den Eidgenossen auch wirtschaftlichen Probleme und Versorgungsengpässe hinzu, die sie zu einer diplomatischen Lösung drängten.

Nach mehrwöchigen Verhandlungen unter Vermittlung des Herzogs von Mailand in Schaffhausen und Basel wurde am 25.8. Waffenstillstand und am 22.9. Frieden geschlossen (Frieden von Basel).

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, HLS / Aufbereitet von schweizinfo.ch /  Bildquelle: Bei Höchst drängten die Eidgenossen viele Söldner des Reichs in den Sumpf des Bodensees; viele ertranken beim Untergang überladener Schiffe. Ausschnitt aus den Karten des Schwabenkriegs, angefertigt vom Meister PPW von Köln in den Jahren 1502-1505. (Gemanisches Nationalmuseum, Nürnberg)

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