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Hexenverbrennung

Die Hexenverfolgungen beruhten auf der Vorstellung, dass die sogenannten Hexen - die Bezeichnung trat zu Beginn des 15. Jahrhunderts auf - mit Hilfe des Teufels Schadenzauber (maleficium) anrichten konnten.

Unter dem Begriff Hexenwahn werden die Hexenverfolgungen (bzw. der Hexenwahn) des 15. bis 18. Jahrhunderts verstanden, von denen Männer und Frauen betroffen waren, die der Magie bzw. der Ketzerei bezichtigt wurden.

Nach der Dämonologie des 16. und 17. Jahrhunderts unterschied man zwischen weiser und schwarzer Magie. Erstere versuchte verbotenerweise mittels Beschwörungen helfend und heilend zu wirken. Letztere galt als besonders gefährlich, weil man des Aberglaubens war, die Hexe sei mit dem Teufel verbündet oder treibe mit ihm sogar Hurerei.

Der Hexenwahn war in allen Schichten der Bevölkerung anzutreffen. Auch die Geistlichkeit war davon nicht frei.

Hexenjagden nahmen in den vorwiegend ländlichen Gegenden der katholischen und reformierten Schweiz gleichermassen in der 1530er Jahren einen eigenartigen Aufschwung.

Sie erreichten den Höhepunkt um 1590/166 und nahmen dann zusehends ab, hörten dann in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf.

Bei der Bekämpfung der Hexen machten katholische und reformierte Orte gemeinsame Sache. Von ungefähr 2000 in einigen Gebieten des Landes untersuchten Hexenprozessen endeten rund 46% mit einem Todesurteil.

Diesem Landesdurchschnitt entsprach Solothurn mit einer Quote von 44%. In Genf waren es 21%. Freiburg und Zürich bei je 33% waren hexenfreundlicher. Luzern mit 51%, das Bistum Basel mit 52% und Neuenburg mit 63% waren etwas härter.

Die Richter in Waadt waren am unbarmherzigsten. Die Quote lag dort bei 90%

Als Hexen verurteile man meist Frauen (58% - 95%), ältere Leute um die 60 Jahre, Mittellose, Verkrüppelte und alleinstehende Aussenseiter.

Die Strafen für ‚Hexerei‘ waren meist Verbrennen, Ertränken und Rädern. Wollte man eine Hexe, einen Hexer bestrafen, so brauchte es ein Geständnis.

Beine brechen, Nägel ausreissen, Wasserfolter - die Methoden waren fantasievoll und die Instrumente raffiniert, wie eine aktuelle Ausstellung in Murten (Kanton Freiburg) anschaulich zeigt.

Man begreift, warum Geständnisse schnell zustande kamen.

Der übliche Ablauf eines Hexenprozesses sah folgendermassen aus:

1. Anklage
Der eigentlichen Anklage ging meist eine Denunziation oder Besagung voraus. Den Beschuldigten wurde selten ein Recht auf Verteidigung zugesprochen.

2. Inhaftierung
Damit die Hexe keine Zaubermittel mit in das Gefängnis (Turm, Keller, Gewölbe) brachte, wurde sie vor der Inhaftierung vollständig entkleidet und rasiert (Depilation), auch um ihre Zauberkraft zu brechen. Anschließend wurde sie am ganzen Körper nach einem Hexenmal untersucht.

3. Verhör
Das Verhör wurde in drei Teilschritte unterteilt:

3 a) gütliche Befragung: detaillierte Befragung durch den Hexenrichter nach der Teufelsbuhlschaft, Geschlechtsverkehr mit dem Teufel, Zauberei etc.
3 b) Territion: Sofern die gütliche Befragung kein Geständnis hervorgebracht hat, wurden die Beschuldigten bedroht und eingeschüchtert durch Vorzeigen der Folterinstrumente.
3 c) peinliche Befragung: Als letztes Mittel, ein Geständnis zu erreichen, wurde die peinliche Befragung durchgeführt mit Hilfe der Folter, was dann aufgrund der großen Qualen zu einem Geständnis führte.

Für sonstige Prozesse galten Schutzvorschriften wie z. B. die Folter dürfe nur eine Stunde dauern, die Folter dürfe nur drei Mal durchgeführt werden etc. Hexenprozesse galten als crimen exceptum (Ausnahmeverbrechen), gegen welches mit besonderer Härte vorzugehen war.

4. Geständnis
Ohne ein Geständnis durfte in der frühen Neuzeit niemand verurteilt werden. In Hexenprozessen war allerdings aufgrund der Foltermethoden mit einem solchen ziemlich wahrscheinlich zu rechnen.

5. Besagung (Befragung nach anderen Hexen)
In einem weiteren Verhör, eventuell unter nochmaliger Folter, befragte man die Beschuldigten nach weiteren Hexen und forderte sie auf, diese zu benennen, da man auf den Hexenzusammenkünften ja mit ihnen in Kontakt käme. Dies führte oftmals zu Kettenprozessen.

6. Verurteilung
Eine Hexe wurde grundsätzlich zum Feuertod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

7. Hinrichtung
Um die Seele zu reinigen, wurden die Verurteilen lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Hexe wurde an einen Pfahl gefesselt, der inmitten eines Haufen Holzes stand, der angezündet wurde.

Manchen Hexen wurde die Gnade zuteil, vor der Verbrennung enthauptet oder erdrosselt zu werden. Manchmal wurde auch ein Säckchen Schwarzpulver um den Hals gebunden.

Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung

Quelle: ‚Geschichte der Schweiz“ – 2006, Schwabe Verlag, Basel / Bild: Verbrennung einer Hexe in Willisau (Schweiz), 1447, Diebold-Schilling-Chronik

 

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