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Albrecht von Haller

Der Schweizer Universalgelehrte Albrecht von Haller (1708-1777) ist eine der zentralen Gestalten des Jahrhunderts der Aufklärung. Als Dichter und Gelehrter, Arzt und Botaniker, Sammler und Enzyklopädist, Universitätsprofessor und Experimentalforscher, Gesellschaftspräsident und Korrespondent, profilierter Autor und mächtiger Rezensent, Magistrat und orthodoxer Christ spiegelt er zahlreiche Strömungen, Ereignisse und Verhältnisse seiner Zeit.

Haller wurde 1708 als fünftes Kind des Juristen Niklaus Emanuel Haller in Bern geboren. Er studierte Medizin in Tübingen und insbesondere in Leiden unter Herman Boerhaave, dem führenden medizinischen Lehrer seiner Zeit. Nach der Promotion bereiste er England, vertiefte seine anatomischen und chirurgischen Kenntnisse in Paris und liess sich von Johannes Bernoulli in Basel in die höhere Mathematik einführen.

1729–36 war er als praktischer Arzt in Bern tätig und publizierte erste kleinere anatomische und botanische Schriften. Seinen frühen Ruhm jedoch erlangte er mit seinem Versuch Schweizerischer Gedichten (1732).

Dieses kleine Büchlein enthielt ein tief empfundenes Liebesgedicht (Doris), zeigte neue Wege in der Beschreibung von Natur und Mensch (Die Alpen), wurde zum Vorbild einer philosophischen Lehrdichtung (Über Vernunft, Aberglauben und Unglauben) für die nächste Generation und machte Haller zum meistgelesenen deutschen Dichter der 1730er und 1740er Jahre.

Trotz der hohen internationalen Anerkennung als Wissenschaftler wurde Haller in Göttingen nicht recht glücklich. Der Verlust von zwei Ehefrauen und von drei früh verstorbenen Kindern, der Streit mit Universitätskollegen und die Ferne von seinen Berner Freunden machten ihm zu schaffen.

In der Hoffnung auf eine politische Karriere und um die politisch-gesellschaftliche Zukunft seiner Familie in Bern zu sichern, kehrte Haller 1753 in seine Heimat zurück (schon 1745 war er in den Grossen Rat gewählt worden). Nach einigen Jahren in der bescheidenen, aber den Einstieg in höhere Posten ebnenden Position des Rathausammanns wurde Haller zum Salzdirektor im Roche im französischen Teil des Berner Territoriums gewählt. 1764 kehrte er nach Bern zurück und war ein wichtiges Mitglied in verschiedenen politischen Gremien wie der Landesökonomie-Kommission und dem Sanitätsrat.

Dabei wurde er in seiner Mehrfachrolle als ‚aufgeklärter’ Magistrat, als Verfasser von grundlegenden Abhandlungen (Futterkräuter, Getreide, Viehseuche) und als Präsident der Oekonomischen Gesellschaft Bern (1766, 1768, 1770–1777) zu einer der zentralen Figuren der ökonomisch-patriotischen Reformbewegung in Bern.

weitere Informtionen

Quelle: www.albrecht-von-haller.ch / Bild: Johann Rudolf Huber, Bildnis Albrecht von Haller (1736), wikipedia

 

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