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Christus am Kreuz

Das Bannen oder Unschädlichmachen von Geistern ist ein Thema, das in den Mythen symbolisch in vielfältigen Bildern auftaucht.

Sei das nun der Erzengel Michael, der mit dem Speer den Drachen pfählt, die Draculageschichten, wo das Herz des Vampirs mit dem Holzpfahl durchbohrt wird, der Teufel, der in Göschenen von einem alten Mütterchen mit einem Christuskreuz gebannt wird, in „Aladins Wunderlampe“ der, der in seiner Flasche verbannt war, seien es die vielen Märchen, in denen dem bösen Pferd, dem bösen Stier, dem wildern Tier ein geweihtes Tuch umgebunden wird.

Das Bannen ist letztlich Ausdruck der Autorität des Menschen gegenüber den wilden, niederen Triebkräften der Natur, gegenüber den „bösen“ Energien und den negativen Wesen, die diese unbeherrschten niederen Energien verkörpert oder versinnbildlichen.

Durch das Bannen – insbesondere das Bannen in ein Loch, in einen Holzrahmen oder in eine Flasche – werden diese Kräfte wenigstens für eine gewisse Zeit unschädlich gemacht. Dazu benötigt der Bannende entsprechende Kenntnisse, moralische Standfestigkeit und geistige Reife.

Ob die oben geschilderten Weiherituale tatsächlich wirkten, ist schwierig abzuschätzen. Es ist stets eine Frage der Autorität des Beschwörers.

In vielen entsprechenden Geschichten aus der Schweiz werden Kapuziner oder Benediktiner aus Einsiedeln für die Exorzismen oder das „Bannisieren“ hingezogen. Ob allerdings ein einfacher Mönch bewusst Wirkungen wie die oben genannten zustande bringen kann, bleibe dahingestellt.

Aus der Sicht der Magie sind solche Praktiken sehr wohl möglich. Allerdings sind sie nicht erstrebenswert, da sie nur eine Bekämpfung der „Symptome“, und dies auch nur auf bestimmte Zeit bedeuten.

Wir der Zapfen oder der Rahmen geöffnet, kann der gebannte Geist wieder aktiv werden, wenn sich bis dahin niemand aus der geistigen Welt um die ruhelosen Kreaturen gekümmert hat. Weit sinnvoller als eine Bannung ist die Heimführung eines Geistes auf die seinem Zustand angemessene Ebene.

Quelle: Orte des Grauens in der Schweiz, 2006, ISBN 978-3-03800-253-6 / Bild: Christus am Kreuz - Academia Carrara, Bergamo Schule von Brescia, von Moroni Giovanni Battista

 

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