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Typ: Haefeli, 1916

Nach der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28.7.1914 und der Generalmobilmachung Russlands am 30. Juli stellte der Bundesrat am 31. Juli die gesamte Armee auf Pikett und löste am 1. August 1914 die allgemeine Mobilmachung der Armee aus.

Zwischen dem 3. und dem 7. August 1914 rückten ca. 220'000 Mann weitgehend reibungslos in den Aktivdienst ein. Am Abend des 3. August trat die Vereinigte Bundesversammlung zusammen und erteilte dem Bundesrat unbeschränkte Vollmachten zur Behauptung der Unabhängigkeit und Neutralität des Landes (Vollmachtenregime).

Sie wählte unter Druck des Bundesrats und nach anfänglich grossem Widerstand der Westschweizer Abgeordneten und der sozialdemokratischen Partei Ulrich Wille zum General. Am nächsten Tag wurde Theophil Sprecher von Bernegg zum Generalstabschef und Oberstdivisionär Friedrich Brügger zum Generaladjutanten ernannt.

Aufgrund der Kämpfe im Elsass ordnete der General am 11.8.1914 eine Konzentration der Truppen im Jura an. Schwächere Verbände übernahmen die Grenzbewachung der Süd- und Ostfront. Die operativen Schlüsselräume Mont-Vully-Jolimont, Olten-Hauenstein und Bellinzona wurden befestigt.

Mit dem Kriegseintritt Italiens im Mai 1915 wurden zusätzliche Verbände im Unterengadin, im Münstertal und an der Südgrenze konzentriert. Während der Kriegsjahre kam es zu rund 1'000 Grenzverletzungen, davon über 800 Verletzungen des Luftraums.

Das im August 1914 bezogene und 1915 erweiterte Dispositiv wurde in den Grundzügen während des ganzen Krieges nicht mehr verändert, so dass der Topos der "Grenzbesetzung" entstand. Ab Sept. 1914, nachdem eine Entspannung an den Grenzen eingetreten war, wurde ein Ablösungsdienst eingerichtet, um der Landwirtschaft und der Wirtschaft die notwendigen Arbeitskräfte wieder zur Verfügung zu stellen.

Der Tiefststand an aufgebotenen Truppen wurde im November 1916 mit 38'000 Mann erreicht. Gerüchte über einen möglichen französischen Stoss durch die Schweiz im Winter 1916-17 liessen die Bestände wieder auf über 100'000 Mann ansteigen. Bis Kriegsende sanken sie auf 12'500 Mann.

Während des Landesstreiks im November 1918 wurden die Bestände wieder auf einen Drittel des Effektivbestandes erhöht. Im Sommer 1919 forderten zahlreiche Streiks ein letztes Mal Truppenaufgebote für den Ordnungsdienst. Während des Aktivdienstes erhielten die Truppen vorwiegend aus eigener Produktion das Gewehr und den Karabiner 11 (über 255'000 Stück), das Maschinengewehr 11 (1'600 Stück) sowie Handgranaten.

Die Artillerie wurde unzureichend durch deutsche 15-cm-Haubitzen und durch einige modernisierte alte französiche Kanonen ergänzt. Die Luftwaffe wurde auf fünf Geschwader ausgebaut und mit Flugzeugen schweizer Bauart (Haefeli und Wild) ausgerüstet. Dübendorf wurde 1914 zum Militärflugplatz.

Probleme der Landesverteidigung blieben die ungenügende Munitionsproduktion und die inexistente Panzerwaffe. Nicht besser war es mit dem Material bestellt. Die feldgrauen Uniformen waren erst Ende 1916 verteilt, der Stahlhelm ab Januar 1918 verfügbar. Die 100'000 bis Kriegsende beschafften Gasmasken hätten nur Teile der Armee und der Bevölkerung geschützt.

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, www.hls.ch / Aufbereitet von schweizinfo.ch / Bildquelle: Häfeli DH-1 Aufklärung, Swiss Federal Archives, Wikipedia.

 

 

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