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Bundesbrief vom 17. Dez. 1513

Der Beitritt des noch ungeteilten Landes Appenzell zur Eidgenossenschaft (1513) bildete den Abschluss einer rund hundertjährigen, von Rückschlägen geprägten Entwicklung.

Eine nur unwesentliche Verbesserung der appenzellischen Stellung ergab sich aufgrund des Toggenburgischen Erbschaftskrieges der Jahre 1440 bis 1446. Dieser drehte sich um das Erbe des 1436 kinderlos verstorbenen Grafen Friedrich VII. von Toggenburg. Dessen Besitzungen im Toggenburg, im Linthgebiet und im Rheintal standen im Spannungsfeld politischer Interessen der Stadt Zürich und der österreichisch-habsburgischen Herzöge einerseits sowie den übrigen eidgenössischen Orten unter Führung von Schwyz andererseits.

Von beiden Parteien umworben, folgten die Appenzeller letztlich dem Hilfegesuch der eidgenössischen Orte, welche sich in den lang andauernden, von verheerenden Plünderungszügen begleiteten Auseinandersetzungen erfolgreich behaupteten. In der Folge erhielten die Appenzeller 1452 ein neues Bündnis, das punktuelle Verbesserungen brachte.

Unter anderem mussten sie ihre eidgenössischen Hilfstruppen nicht mehr selber bezahlen. Von einer Mitsprache an der Tagsatzung und einer Beteiligung an den Pensionen für Söldnerdienste war jedoch zur Enttäuschung der Appenzeller keine Rede.

Obwohl die Appenzeller im Schwaben- bzw. Schweizerkrieg von 1499/1500 zum wiederholten Male mit Truppenaufgeboten auf Seiten der Eidgenossen standen, verweigerten ihnen diese 1501, 1510 und 1512 die Aufnahme als vollberechtigtes Mitglied. Städtische Orte wie Solothurn und Freiburg (beide 1481 aufgenommen), Basel (1501) sowie Schaffhausen (1503) erhielten den Vorzug. Lediglich in Bezug auf die Gemeine Herrschaft Rheintal waren die Eidgenossen zu Zugeständnissen bereit.

Die Appenzeller wurden als achter regierender Ort zugelassen. Eine Wende zeichnete sich 1513 ab. Die Appenzeller beteiligten sich mit anderen eidgenössischen Orten auf Ersuchen von Kaiser Maximilian an einem Feldzug gegen den französischen König. Als die Eidgenossen in der burgundischen Hauptstadt Dijon angelangt waren, machte Ihnen Frankreich grosse finanzielle Versprechungen, um sie anschliessend aber hinzuhalten. Die ungewisse Lage zwischen den Interessen der beiden mächtigen Monarchen stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl, sodass die eidgenössischen Orte nun unvermittelt bereit waren, die Türe für die Appenzeller zu öffnen.

Am 17. Dez. 1513 stellten sie den Bundesvertrag aus, der die Appenzeller als 13. Mitglied der Eidgenossenschaft aufnahm. Fortan hatten diese Sitz und Stimme an der Tagsatzung und erhielten einen Anteil an den eidgenössischen Jahrgeldern, Pensionen, Zinsen und Zöllen.

weitere Informationen

Quelle: Text und Bild, http://www.ai.ch/de/ Bild: Bundesbrief vom 17. Dez. 1513, mit dem das Appenzellerland in die Eidgenossenschaft aufgenommen wurde. [Landesarchiv Appenzell Innerrhoden]

 

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