Abstimmungen  

 

   

Kooperationen  

Webliste Schweiz
   
   

Newsletter  

   

Eidgenossenschaft 1507

Das Jahr 1501 war für die schweizerische Eidgenossenschaft bedeutungsvoll. Mit Basel und Schaffhausen wurden am 9. Juni und am 10. August in Luzern gleich zwei neue Stände in den Bund der zehn alten Orte aufgenommen. Freiburg erlebte die Erweiterung des Bündnisses mit gemischten Gefühlen.

Basel, die grosse Stadt am Rheinknie mit fast doppelt so vielen Einwohnern wie Freiburg mit seinen etwa 5000, war als Handelszentrum mit Zollpflicht, Finanzplatz und Bildungszentrum mit einer berühmten Universität international geprägt und von europäischer Bedeutung. Politisch je nach den Umständen neutral oder einmal seinen Vorteil bei der einen oder anderen Seite sichernd, war die Stadt von ihrer Stellung und Bedeutung her ein Wunschpartner der Eidgenossenschaft. Es galt, Basels ungemütliche Zwickmühle infolge des Schwabenkriegs schnell zu nutzen und die Stadt an die Schweiz zu binden.

Alte Beziehungen zu Basel

Die Beziehungen zwischen Basel und Freiburg waren alt und vielfältig. Einige Aspekte verdienen, hervorgehoben zu werden. So kämpften Basel und Freiburg zusammen gegen gemeinsame Feinde wie bereits 1320 gegen Herzog Leopold von Österreich vor Speyer oder 1476 gegen Karl den Kühnen bei Murten.

Hier stand Basel allerdings nicht mit Freiburg in der exponierten Vorhut. - Der aufblühende Handelsplatz Freiburg mit seinem exportorientierten Eisen-, Tuch-, Leder- und Textilgewerbe genoss auf dem Finanzplatz Basel einen guten Ruf.

Die dortigen Financiers gewährten grosszügige Kredite wie z.B. 1387 einen über 3750 Florin zu 8 Prozent, waren doch Zins- und Rückzahlungen Freiburgs bestens gesichert. Selbst gefährliche Bürgschaften wurden von Basel mit Freiburg als zuverlässigem Bürgen gerne angenommen, wie das Basler Darlehen von 4050 Florin an Graf Amedeus von Savoyen zeigt.

Das Basler Bildungsangebot nutzte Freiburgs Elitenachwuchs gerne und in grosser Anzahl. Die Söhne von Garmiswil, von Englisberg, Cudrefin, Felga, Schneuwly, Cléry, Alex, (noch) Pasquier, Vögily, Odet, Lanthen, Rudella usw. holten sich an der 1459 gegründeten Universität Wissen und Rüstzeug, Lebensart und Beziehungen für ihren späteren Einsatz im Dienste des Freiburger Allgemeinwohls.

Selbst als Exilorte ergänzten sich Basel und Freiburg. So gewährte Freiburg 1381 dem in Ungnade gefallenen Basler Ratsherrn und Zunftmeister der Brotbeckenzunft, Gottfried Buchs, Aufnahme. 1445 fand die Freiburgerin Loysa Rich im Basler Katharinenkloster ihre Ruhe.

So entging sie, die reiche Erbin, den drängenden Umwerbungen und dem Familienstreit. Des Mädchens Herz sprach für den Freiburger Sohn Felga, während die Familienpolitik sie mit einem von Ringoldingen aus Bern glücklich machen wollte.

Man kannte und schätzte sich in Basel und Freiburg. Basels Eingliederung in die Eidgenossenschaft war für Freiburg kein Problem. Man sah der Bundeserweiterung wohlwollend, wenn nicht gar freudig-zufrieden entgegen.

Melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben.

   

Ge|zwit|scher  

   
© 2014-2017 schweizinfo