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Schloss Frauenfeld

Im Alten Zürichkrieg 1436-50 kamen die Eidgenossen ein erstes, während des Plappartkriegs 1458 ein zweites Mal in kriegerischer Absicht in den Thurgau.

Die Freischaren zogen vor Weinfelden, das je zur Hälfte der Stadt Konstanz und dessen Bürger Bertold Vogt als österreichischen Lehen gehörte.

Durch die Vermittlung des Bischof von Konstanz liessen sich die Eidgenossen für die Verschonung des Fleckens grosszügig entschädigen. Da die eidgenössischen Orte den Rhein als Grenze anstrebten, liessen sie sich 1460 von Papst Pius II., der die Eidgenossen wegen eines Konflikts mit Herzog Sigismund im Südtirol vom 50-jährigen Frieden von 1412 entband, zu einem Feldzug in den Thurgau ermuntern.

Die Eidgenossen zogen die österreichischen Rechte und Güter sowie - nach längerer Belagerung und dank Verstärkung aus Bern und Schaffhausen - das Städtchen Diessenhofen an sich.

Sie übernahmen die Landvogtei, wobei Frauenfeld unter die Herrschaft der sieben Orte (Zürich, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Glarus) und Diessenhofen unter jene der neun Orte (sieben Orte sowie Bern und Schaffhausen) kam, d.h. beide weder dem Landgericht noch dem eidgenössischen Landvogt unterstanden.

Ausdrücklich anerkannten die Eidgenossen die Ansprüche Dritter, denn fast überall gehörte die niedere Gerichtsbarkeit dem neuen Patrizier Geldadel aus den benachbarten Städten Zürich und Konstanz wie den Kornfail, Lanz, Mötteli, Muntprat und von Ulm, den Klöstern oder dem Bischof von Konstanz.

Nur eine Anzahl Höfe und Dörfer standen vor 1460 unter habsburgisch-österreichischer Verwaltung und gelangten als sogenannte Hohe Gerichte unter die Verwaltung und Rechtsprechung des Landvogts.

Zwangsläufig führte die doppelspurige Rechtsprechung und Verwaltung zu vielen Anständen zwischen der Stadt Konstanz und den Eidgenossen. Der Wille der Eidgenossen, das zur vollen Landeshoheit fehlende Landgericht zu erwerben, verstärkte sich; 1480 beschlossen sie dessen Aneignung.

Kaisers Friedrich III. erhob dagegen Einspruch. In Verhandlungen einigten sich die Streitparteien, dass das Landgericht zwar bei Konstanz blieb, dessen Einnahmen aber zwischen den Eidgenossen und der Stadt im Verhältnis 3:1 verteilt werden sollten.

Ein erneuter Versuch eidgenössischer Freischaren, Konstanz das Landgericht wegzunehmen, scheiterte 1495. Nicht zuletzt der Streit um das Landgericht war der Grund, weshalb sich Konstanz im Schwabenkrieg auf die Seite des Reichs stellte.

Im Rahmen des Friedens von Basel 1499 erhielten die Eidgenossen das Landgericht schliesslich zugesprochen. Es gehörte den zehn Orten (den sieben Orten sowie Bern, Freiburg und Solothurn), tagte in Frauenfeld und setzte sich gewöhnlich aus je sechs Männern aus der Stadt und der Landschaft, bei einem malefizischen Fall aus sechs Richtern von Frauenfeld und achtzehn von der Landschaft zusammen.

Vorsitzender war der Landvogt, der sich vom Landammann, einem Frauenfelder Bürger, vertreten liess.

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, www.hls.ch / Aufbereitet von schweizinfo.ch / Bildquelle: Historischen Museum Kanton Thurgau, Schloss Frauenfeld, www.historisches-museum.tg.ch

 

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