Abstimmungen  

 

   

Kooperationen  

Webliste Schweiz
   
   

Newsletter  

   

Bern 1353

Im frühen 14. Jahrhundert dehnte Bern seinen Herrschaftsbereich vornehmlich durch Kauf und Pfandschaften kleinerer Städte und Brückenköpfe weiter aus. Nachdem Bern das habsburgische Freiburg im Gümmenenkrieg 1334 besiegt hatte, erfolgte eine erste Ausdehnung ins Oberland.

1339 errangen die Berner im Laupenkrieg dank der Unterstützung der Eidgenossen einen wichtigen Sieg gegen die umliegenden Adelshäuser und legten damit den Grundstein für den Aufstieg zum Stadtstaat. Das bereits seit 1323 bestehende und 1341 erneuerte Bündnis mit den Innerschweizer Waldstätten wurde 1353 mit dem unbefristeten Beitritt zur Eidgenossenschaft besiegelt.

Das Hoheitsgebiet Berns wuchs nach dem Beitritt zur Eidgenossenschaft, an deren Expansion die Stadt sich beteiligte, beträchtlich, nicht nur durch Eroberungen, sondern auch durch Burgrechte, Bündnisse, Käufe, Pfandschaften und Schaffung wirtschaftlicher Abhängigkeiten und machte die Stadt Bern zum wichtigsten Machtfaktor im westlichen Mittelland. Die Teilnahme an den Burgunderkriegen 1474 bis 1477 brachte Bern dann erste Landgewinne in der Waadt. Seit dem 15. Jahrhundert verstand die Stadt Bern sich als Staat.

Am 6. März 2003 Jahres feiert Bern den Abschluss eines ewigen Bündnisses mit den drei Waldstätten vor 650 Jahren. Dieser Bund ist einer der wichtigsten Meilensteine im Prozess des Zusammenwachsens von Bern mit den übrigen eidgenössischen Orten.

Der Bund von 1353 sollte im Gegensatz zu vielen anderen mittelalterlichen Bündnissen, die nur auf die Dauer von 10 oder 20 Jahren ausgelegt waren, ewig, d.h. ohne zeitliche Beschränkung gelten. Trotzdem wurde aber vereinbart, dass er von allen Männern und Knaben, die älter als 16 Jahre waren, alle fünf Jahre neu beschworen werden musste. Inhaltlich behandelt das Bündnis vor allem die gegenseitige militärische Hilfe, falls einer der Partner angegriffen und dessen Ehre verletzt werden sollte.

Dabei erhält Bern explizit das Recht, die Waldstätte überall hin und gegen jedermann aufbieten zu dürfen. Um Streitigkeiten vorzubeugen, werden die finanziellen Aspekte eines solchen militärischen Auszuges genau geregelt: War der Krieg im Interesse aller Partner, hatte jede Partei ihre Kosten selber zu tragen. Kam hingegen ein Partner dem anderen zu Hilfe, so mussten die Truppen jeweils ab Unterseen bezahlt werden.

Für den Fall, dass trotzdem Streit entstehen sollte, wird die Form des Schlichtungsverfahrens genau festgelegt. Ein sehr modern anmutendes Schiedsgericht, bestehend aus je zwei Beisitzern und einem Obmann, der von der klagenden Partei eingesetzt wurde, soll den Streit nach geltendem Recht und Ermessen entscheiden.

Als Versammlungsort und Treffpunkt wurde das Kienholz bei Brienz bestimmt.

Quelle: Geschichte der Schweiz, Schwabe Verlag Basel 2006 / www.be.ch / Bild: Tschachtlan-Chronik, Berner Bärenjagd, wikipedia.

Melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben.

   
weatherBoxx - der Wetterdatenserver
   

Ge|zwit|scher  

   
© 2014-2017 schweizinfo