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Bundesschwur 1351

Am 1. Mai 1351 beschworen in Zürich die Gesandten von Luzern, Uri, Schwyz und Unterwalden gemeinsam mit ihren Gastgebern ein «ewiges», das heisst unbefristetes Bündnis.

Darin sicherten sie sich gegenseitig den Schutz von Leib, Gut, Ehren und Freiheiten zu und versprachen, zu diesem Zweck nach erfolgter Mahnung die notwendige Hilfeleistung zu erbringen. Während die Innerschweizer bei der Bedrohung an äussere Feinde dachten und vor allem an die Habsburger, beanspruchten die Zürcher in einer besonderen Klausel Unterstützung, damit «der Burgermeister, die Rät und die Zunft bi ir gewalt, bi ir gerichten und bi iren gesetzten beliben».

Voraussetzung des Bündnisses von 1351 war der Zürcher Umsturz von 1336, als die Zünfte gemeinsam mit den zuvor zusehends marginalisierten Rittern den lokalen Patriziern und Kaufleuten die Herrschaft entrissen. Die Handwerker waren nun politisch vollberechtigte Bürger, die in zuerst dreizehn und dann zwölf Zünften zusammengeschlossen waren und fortan zusammen mit der adligen Konstaffel die Basis der Zürcher Verfassung bildeten.

Dagegen mussten Exponenten der alten Führungsgruppe emigrieren. Sie fanden sich im habsburgischen Rapperswil wieder, das für die folgenden zwei Jahrzehnte die Bastion von Bruns Gegnern darstellte.

Der Bund von 1351 stellte also weder einen völligen Bruch mit der Vergangenheit dar noch einen Aufbruch zu neuen Horizonten, sondern konkretisierte eine Option. Seit 1291 hatte es schon vereinzelte Bündnisse der Zürcher mit den Waldstätten gegeben, doch auf dasjenige von 1351 berief man sich fortan. Allerdings besiegelte die Limmatstadt bereits 1356 eine neue Allianz mit der regionalen Vormacht Habsburg, und Rudolf Brun selbst starb 1360 als österreichischer Pensionär.

Bürgermeister Rudolf Schöno versprach 1393 den Habsburgern gar, Zürich werde sich aus ihrem Kampf mit den Eidgenossen heraushalten; doch die gegnerische, «eidgenössische» Partei stürzte Schöno. Damit sich Zürich auch militärisch auf Seiten der Eidgenossen gegen Österreich engagierte und 1415 den Aargau eroberte, brauchte es jedoch den zusätzlichen Rückhalt von (luxemburgischem) Kaiser und Papst im nahen Konstanz.

Die politische und geographische Mittellage zwischen dem fürstlichen Habsburg, den schwäbischen Städtebünden und der bäuerischen Innerschweiz sowie entsprechende innerstädtische Parteiungen blieben für die ambitiöse, vom Kaiser wiederholt privilegierte Reichsstadt konstitutiv bis zum Alten Zürichkrieg.

Um das Herrschaftsinstrument Zunftverfassung zu bewahren und eine rasch erfolgreiche territoriale Expansion zu betreiben, arbeitete Zürich je nach Situation mit den benachbarten Ordnungsmächten zusammen. Erst die Konfrontation mit Schwyz um das Toggenburger Erbe beendete diese Schaukelpolitik mit der Frage: Wie hältst du's mit den Eidgenossen?

Die selbstbewussten Zürcher, die 1442 den Habsburger König Friedrich III. in ihren Mauern empfingen, hielten es nicht mit ihren Miteidgenossen, und diese mussten sie zur Räson bringen - nicht zum letzten Mal im Lauf der Schweizer Geschichte.

Artikel in der NZZ nachlesen

Quelle: www.nzz.ch / gekürzte Version von schweizinfo / Bild: Die Bürger von Zürich leisten den Bundesschwur vor den Abgesandten der vier Waldstätte, 1. Mai 1351 / wikipedia

 

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