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Psychokinese Schweiz

Böse Nachbarn können es nicht sein, welche die vier Kälber in einem Stall und die Kühe im anderen immer wieder losbinden, bis zu elfmal am Tag.

Längst hätte man den Täter erwischt. Zeugen dieses spukhaften Geschehens im Sommer 1975 sind vier Kinder, die Eltern, der Schwager des Bauern und mehrmals auch der Nahbar, der in den vergangenen Jahrzehnten dort nie von irgendeinem Spuk gehört hatte. Kauf hat man den Stall verlassen, sind die Tiere wieder frei. Da jedes an einer Kette mit Eisendorf und Öse festgemacht ist, kann es sich nicht selber befreien.

Als der Bauer zwei Gebinde mit gut verknüpften Schnüren sicherte, zeigten sich die Tiere bald wieder losgebunden. Sein Schwager bestätigte Dr. Locher (Autor des Buches „Schweizer Spuk und Psychokinese“, gründete 1966 die lokale Vereinigung für Parapsychologie, heute Schweizer Vereinigung für Parapsychologie, SVPP) den elektrischen Stromstoss, den er beim Berühren einer der Ketten erhalten hatte.

Der herbeigerufene Elektrofachmann prüfte alle Installationen; nirgends zeigte sich ein Schaden. In den Nächten hörte die Familie Klopflaute und der Vater wurde wie von unsichtbarer Hand gewürgt. Typisch für diesen Spuk ist, dass das Losbinden des Viehs nie während der Anwesenheit von Menschen erfolgte.

Die Sache sprach sich herum, mehrere Zeitungen berichteten darüber, die Télévision Romande machte aufnahmen und strahlte eine Kurzsendung aus. Zur Schonung der Familie vor den vielen Neugierigen errichtete die Gemeindebehörde eine Abschrankung und bat um Zurückhaltung. Nun, schädigend war dieser Spuk eigentlich nicht. Die Kühe gaben nicht weniger Milch als zuvor, aber er zehrte an den Nerven der Bauernfamilie.

Zudem teilte der sehr nervöse, stark gefühlsgeladene Bauer allen Untersuchenden – eine ganze Reihe von seltsamen Vorkommnissen mit, die auf schwarzmagische Praktiken hinzuweisen scheinen: seine starke Gewichtsabnahme ohne Krankheitsursache, das Abmagern einer Kuh und der unerklärliche Tod einer anderen, das erwähnte Würgen in der Nacht, der gleichzeitige Tod aller Kaninchen, kleine Unfälle von Vater und Tochter Isabelle, das mehrmalige Versagen der Beine bei Isabelle wie beim Vater, ihr Ohnmächtig werden und ihr gelegentliches Schafwandeln. Der Spuk war also offensichtlich doch nicht ganz harmlos.

Im Vergleich zu anderen Spukfällen ist dieser durchaus glaubhaft, aber leider nahm sich niemand die Mühe, die Ereignisse laufend zu protokollieren, die Ställe und das Tenn zu versiegeln – sowie möglich – in den Ställen und allenfalls an den Gebinden physikalische Registriergeräte anzubringen. Wir sind auf die Aussagen der Eltern, des Nachbar, des Schwagers und der Kinder angewiesen.

Das erste Eingreifen des Kapuzinerpaters G. mit Gebet, Aussegnen und Anbringen von gesegnetem Wachs in beiden Ställen half für einige Zeit. Dann fing das Losbinden der Tiere in grösseren Zeitabschnitten wieder an. Am 9. August, nachdem die vier Kälber wieder losgebunden waren, nahm der Pater dann den kleinen Exorzismus vor, worauf der Spuk endgültig aufhörte.

Am 19. August unternahm Dr. Locher folgenden Versucht: Zwei versiegelte Plastikschachteln mit je einem weich verpackten Glas und einem dünnen Löffelchen als Inhalt wurden in beiden Fällen versiegelt angeschnürt. Nun wurde eine Aufforderung an eine möglicherweise lebende oder verstorbene Wesenheit gerichtet. Brechend bzw. biegend auf die Objekte einzuwirken, um so ihre Existenz und Anwesenheit zu beweisen. Die Öffnung der Schachteln am 26. August zeigte keine Veränderung der Objekte.

Für Parapsychologen ist es im vorliegenden Fall kaum möglich, die Ursache zu erforschen. Gewiss drängt sich zuerst die Vermutung einer schwarzmagischen Einwirkung auf. Dass solche Praktiken noch heute wirksam sind, zeigte im April 1975 ein anderer Stallspuk in einem Dorfe bei Biel, wobei nicht nur der Täter gefunden werden konnte; dem Berufskollegen von Dr. Locher – Dr. R. gelang in diesem Falle das Bannen des Spukes, und zwar mit magischen Mitteln, in welchem er durch seine verstorbene Mutter eingeführt worden war.

In unserem Falle von Villarepos liegen alte Streitigkeiten mit Verwandten vor: Die Vermutung des Bauern geht dahin, dass diese anhand dreier Fotos seiner Familie die Praktiken ausgeführt haben, wobei die Fotos als Rapportobjekte zu betrachten sind. Wer solches für unmöglich hält, lese das zahlreiche Fälle enthaltende Buche von Professor Ernesto Bozzano: „Übersinnliches Erscheinungen bei Naturvölkern“.

Für den Untersuchenden waren es mit grosser Wahrscheinlichkeit die Tochter Isabelle und der Vater, welche die „Kraftlieferanten“ für diesen Spuk waren. Die Deutung des Geschehens wäre nun so, dass deren psychokinetische Energie, gesteuert durch ihr Unbewusstes, die Phänomene erzeugt hätte oder dass diese Energie durch böswillige Verwandte oder aber durch verstorbene missbraucht wurde zur Erzeugung des Spukes.

Quelle: Aus Theo Locher und Guido Lauper: Schweizer Spuk und Psychokinese. / Aufbereitet von Hanspeter Roth und Niklaus Maurer im Buch „Orte des Grauens in der Schweiz“. ISBN 978-03800-253-6

 

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