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Martin Luther. Porträt von 1528

Als Auftakt zur Reformation gilt die Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen über das Ablasswesen vom 31.10.1517. Die Thesen des Wittenberger Professors wurden spätestens Anfang 1518 in Nürnberg, Leipzig und Basel gedruckt.

Nach der Verhängung des Kirchenbanns gegen Luther Anfang 1521 verlangten die päpstlichen Behörden die Durchsetzung des Banns bzw. das Verbot "lutherischer" Ideen. Die eidg. Orte reagierten zögerlich; im Dez. 1522 verurteilte die Tagsatzung allerdings die Unruhen in Zürich, wo die erste grosse Stadtreformation ihren Anfang genommen hatte.

Ende 1518 war Huldrych Zwingli dort zum Leutpriester am Grossmünster gewählt worden. Zwischen 1520 und 1522 gelangte Zwingli zur Anerkennung zentraler evangelischer Grundsätze, der Rechtfertigung des Menschen allein aus dem Glauben (sola fide) und der alleinigen Autorität der Hl. Schrift in Glaubensdingen (sola scriptura).

Der demonstrative Bruch des Fastengebots durch ein Wurstessen führte 1522 zum Eklat. In den Wochen danach griff Zwingli in Predigten und Druckschriften eine Reihe von kirchlichen Einrichtungen an, so den Priesterzölibat (Ehelosigkeit), die Heiligenverehrung, die Bettelorden und noch im selben Jahr die Autorität der Kirche überhaupt.

1523 häuften sich ikonoklastische Aktionen (Bildersturm), Predigten wurden gestört, Mönche und Ordensfrauen verliessen schliesslich die Klöster.

Wichtig für den Erfolg der Zürcher Revolution war der Umstand, dass sich der Rat hinter Zwingli und gegen den Bischef von Konstanz stellte. Er berief Disputationen ein, nach denen er jeweils über das weitere Vorgehen entschied.

In der Zusammenarbeit zwischen ihm und den drei Zürcher Leutpriestern gewannen die neuen Ideen Gestalt. Im Juni 1524 liess der Rat die Bilder aus den Zürcher Kirchen entfernen, im Dezember die religiösen Einrichtungen säkularisieren (Säkularisation).

Im April 1525 wurde in Zürich die Messe abgeschafft und erstmals das Abendmahl nach Zwinglis neuer Ordnung begangen. Musik gab es im reformierten Gottesdienst nicht mehr.

Im selben Jahr richtete Zwingli regelmässige Bibelauslegungen ein, die sog. Prophezey: Aus diesen Übungen ging die Zürcher Bibelübersetzung hervor (Bibel).

Aus der Prophezey entwickelte sich zudem die erste reformierte theologische Hochschule (Akademien). Als Ersatz für das bischöflich-geistl. Gericht setzte der Rat 1525 ein städt.-kirchliche Ehegericht ein (Sittengerichte).

Besonders die Mitglieder der Handwerkerzünfte unterstützten diese Veränderungen. Zwingli konnte auch auf einflussreiche Fam. zählen.

Als vehementer Gegner des Solddiensts fürchtete er den Widerstand der sogenannte Pensionenherren. Einige von Zwinglis frühen Mitstreitern (u.a. Konrad Grebel, Felix Manz und Simon Stumpf) drangen zudem auf radikalere Veränderungen. In ländlichen Gebieten vermischten sich reformatorisch- politische und soziale Anliegen (Bauernkrieg 1525).

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, HLS - www.hls-dhs-dss.ch / Autorin/Autor: Caroline Schnyder / Aufbereitet von schweizinfo.ch /  Bild: Martin Luther. Porträt von 1528, Lucas Cranach der Ältere, wikipedia

 

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